Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für Unternehmen zur Energieeffizienz

Die Bundesregierung strebt mit ihrem 2010 beschlossenen Energiekonzept für Deutschland eine Vorreiterrolle hinsichtlich Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien an. Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) beschreibt die Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung zur Energiewende. Die Administration wurde dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übertragen.

Folgend stellen wir Ihnen eine Auswahl an Förderprogrammen und Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung vor mit dem Ziel der Verbesserung der Energieeffizienz.

Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) durchgeführte Förderung für Unternehmen, die z.B. eine Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder eine Energiemanagement-Software anschaffen und nutzen wollen, endete im Dezember 2017. Eine Liste für passende Softwarelösungen zur Einführung und Aufrechterhaltung der ISO 50001 stellt das BAFA zur Verfügung. Sollten Sie mit Ihrer EnMS-Software in die Liste des BAFA aufgenommen werden wollen, hilft eine Konformitätsbestätigung.

Die GUTcert als hierfür zugelassene Stelle prüft Ihre EnMS-Software auf die hier benötigte Erfüllung der Mindestanforderungen und bezieht die ISO 50000er-Normenfamilie in das Audit mit ein (vor allem ISO 50006, ISO 50015).

Seit 2019 wird der Einsatz von Energiemanagementsystemen (Erstzertifizierung) sowie von Steuer- und Regelungstechnik im Programm „Energieeffizienz in der Wirtschaft“ unter dem Modul 3 „MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software“ gefördert.

Das Programm wird jetzt vom BAFA (direkte Investitionszuschüsse) und der KfW (Kredite mit Tilgungszuschüssen) gemeinsam umgesetzt und soll Förderstrategien in der Wirtschaft weiterentwickeln und unter dem Namen Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft  bündeln.

als Nachfolgeprogramm zu „STEP up!“ wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) der „Wettbewerb Energieeffizienz“ gestartet.

Gefördert werden investive Maßnahmen in neue hocheffiziente Technologien sowie den Anteil der erneuerbaren Energien zur Bereitstellung von Prozesswärme ausbauen. Ohne Förderung dürfen sich die Investitionen erst nach einem Zeitraum von mindestens vier Jahren rechnen. Als maximale Fördersumme sind fünf Mio. Euro pro Investitionsvorhaben mit einer Förderquote bis zu 50 Prozent vorgesehen.

Interessierte Unternehmen können am Ausschreibungsverfahren des BMWi teilnehmen und sich auf die Fördergelder bewerben. Der Nachweis über die Einsparung muss durch eine unabhängige Stelle wie z.B. die GUTcert verifiziert sein, um die Förderung zu beantragen.

Die Bundesregierung hat einen Energieeffizienzfonds zur Förderung der rationellen und sparsamen Energieverwendung eingerichtet, auf dessen Basis hocheffiziente Querschnittstechnologien gefördert werden sollen. Durch diese Querschnitttechnologien sollen bereits bestehende Einsparpotenziale genutzt und Ressourcen eingespart werden. Das Förderprogramm dafür wird bis Ende 2019 fortgeführt. Dabei haben sich folgende Änderungen der Förderrichtlinien ergeben: Demnach sind nun auch große Unternehmen ab 500 Beschäftigten antragsberichtigt und auch Neuanschaffungen förderfähig.

Zusätzlich sind Wärmerückgewinnungs- und Abwärmenutzungsmaßnahmen und die Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlageteilen förderfähig. Zu den Voraussetzungen der Förderung bei der Optimierung technischer Systeme gehört ab sofort nur noch das Optimieren einer einzigen Querschnittstechnologie. Darüber hinaus bezieht sich die Förderhöchstgrenze bei Einzelmaßnahmen von 30.000 € auf den maximalen Förderbetrag. Angehoben wurde der maximale Förderbetrag bei Anträgen mit industriellen Pumpensystemen auf 150.000 €.

Zu den nicht mehr förderfähigen Systemen gehören ab sofort Pumpen, die in Heizkreisen von Gebäuden zur Versorgung mit Heizwärme und Warmwasser genutzt werden wie auch Investitionen zur Erneuerung von Beleuchtungssystemen.

Mehr dazu auf der BAFA-Seite.

Ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 kann ideal mit der Förderung Energieberatung im Mittelstand (für KMU) kombiniert werden. Ziel eines Energieaudits ist es, Energieflüsse und Potenziale für Verbesserungen der Energieeffizienz zu identifizieren. In einem weiteren Schritt werden die verschiedenen Maßnahmen monetär bewertet, sodass Unternehmen auf einen Blick erfassen können, welche Investitionen sich in welchem Zeitraum rentieren. Abschließend werden die wesentlichen Einsparpotenziale und Einsparmaßnahmen in einem Energiebericht zusammengefasst.

Die GUTcert Akademie bietet eine Schulung zum Energieauditor nach DIN EN 16247 an.

Informationen zum Antragsverfahren und die kompletten Richtlinienregelungen erhalten Sie auf der BAFA-Internet-Seite.

Die Bundesregierung hat im Dezember 2014 ein Aktionsbündnis mit Verbänden und Organisationen der Wirtschaft zur flächendeckenden Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken geschlossen. Ziel ist es, 500 neue Netzwerke bis zum Jahr 2020 zu initiieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe zu leisten.

Die GUTcert referiert regelmäßig auf Netzwerktreffen zu fach- und energiespezifischen Themen, sprechen Sie uns an!

Zur Homepage der Initiative.

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ist ein Projekt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e. V. (DIHK), des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Sie unterstützt den deutschen Mittelstand mit dem Ziel Energieeinsparpotenziale in den Betrieben zu nutzen und die Energieeffizienz zu steigern. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage der Initiative.