IATF 16949:2016 QM-Zertifizierung für Automobilzulieferer

Höchstmögliche Qualität für Kraftfahrzeuge durch einheitlichen Standard in der gesamten Herstellungskette – das ist das Ziel der IATF 16949:2016, dem weltweit umfassendsten Standard für Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie. Erarbeitet wurde die Norm von der International Automotive Task Force (IATF), einer Arbeitsgruppe europäischer und amerikanischer Automobilhersteller und Automobilverbände. Daher ist eine Zertifizierung nach IATF 16949 fast immer Grundvoraussetzung, um in die Lieferkette der Automobilhersteller integriert zu werden.

Die IATF 16949:2016 basiert auf der ISO 9001:2015,  ergänzt durch spezifische Anforderungen für die Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie. Diese enge Anbindung an die ISO 9001 erleichtert es Unternehmen, ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem um die zusätzlichen Anforderungen der IATF 16949 zu erweitern – ohne lästigen Doppelaufwand, z.B. bei der Dokumentation.

Ihr Wettbewerbsvorteil

Die Zertifizierung nach IATF 16949 wird weltweit von Autoherstellern und Zulieferern der Automobilindustrie anerkannt: Sie können in den Markt der Automobilindustrie vordringen und sind den Anforderungen der Branche immer einen Schritt voraus.

Die Revision der ISO/TS 16949:2009

Die Vorgängernorm ISO/TS 16949:2009 wurde im Oktober 2016 revidiert und unter dem Namen IATF 16949:2016 veröffentlicht. Die Revision war notwendig, um auch weiterhin mit der 2015 veröffentlichten Revision der ISO 9001 kompatibel zu bleiben: Eine Zertifizierung nach IATF 16949:2016 beinhaltet immer auch das Zertifikat für die ISO 9001:2015.
 
Ähnlich der ISO 9001:2015 fokussiert die IATF 16949:2016 deutlich auf die Themen Kundenzufriedenheit, Risikomanagement und Fehlervermeidung. Auch Vorbeuge- und Korrekturmaßnahmen werden verstärkt auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Wie die ISO 9001:2015 und  ISO 14001:2015 ist auch die IATF 16949:2016 nach der sogenannten „High Level Structure“ (HLS) aufgebaut. Dies erleichtert den Aufbau und die Zertifizierung eines Integrierten Managementsystems (IMS). Und auch für alle zukünftig zu revidierenden Managementsystem-
normen wird die HLS bindend sein. Offensichtlicher Vorteil eines IMS ist der wesentlich geringere Zusatzaufwand und die verminderte Auditbelastung für Management und Mitarbeiter.

Übergangsfrist für Zertifizierungen

Die Übergangsfrist für die Umstellung von ISO/TS 16949:2009 auf IATF 16949:2016 ist an die Übergangsfrist der ISO 9001:2008 zur ISO 9001:2015 gekoppelt: Sie endet somit bereits am 14. September 2018. Alle bestehenden Zertifikate nach ISO/TS 16949:2009 verlieren mit Ablauf dieses Datums ihre Gültigkeit.

Zu beachten ist, dass Audits nach ISO/TS 16949:2009 nur noch bis zum
30. September 2017 möglich sind. Alle Erstzertifizierungs-, Rezertifizierungs-, Überprüfungs- oder Übernahmeaudits ab 1. Oktober 2017 sind auf Grundlage der IATF 16949 durchzuführen. Hierdurch soll ein „Auditstau“ kurz vor Ende der Übergangsfrist am 14. September 2018 vermieden werden.

Die Umstellung auf den neuen Standard ist zudem mit einer erhöhten Auditzeit im Übergangsaudit verbunden: Nach IATF-Vorgaben ist grundsätzlich der Aufwand einer Rezertifizierung anzusetzen.

Kursangebot der GUTcert Akademie