Nationaler Brennstoffemissionshandel (BEHG)

Verifizierung von CO2-Treibhausgasen für die Sektoren Wärme und Verkehr (nicht EU-ETS)

Die Ziele des Pariser Abkommens verpflichten Deutschland, seine Treibhausgase drastisch zu reduzieren. Neben den Verpflichtungen aus dem Treibhausemissionshandelsgesetz (TEHG) für den europäischen Emissionshandel (EU-EHS) ist seit dem 20. Dezember 2019 das sogenannte „Brennstoffemissionshandelsgesetz“ – kurz BEHG – in Kraft, das ab 2021 ca. 4000 dem Energiesteuergesetz unterliegende Unternehmen zur Abgabe von Zertifikaten verpflichtet. Damit schließt der Gesetzgeber die Sektoren Wärme und Verkehr mit in den Emissionshandel ein.

Die gesetzlichen Anforderungen richten sich an alle Inverkehrbringer bzw. Lieferanten von Brennstoffen, die nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen. Unter anderem müssen dazu in der ersten Handelsperiode 2021-2030 jährlich verifizierte Emissionsberichte abgegeben werden, in denen die Art und Mengen an Brennstoffen und Emissionen ermittelt werden. Grundlage dazu sind auch hier Überwachungspläne, in denen die Bilanzgrenzen, Messmethodiken und -unsicherheiten und das Emissionsdatenmanagement zu beschreiben und die von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zu genehmigen sind.

Gemäß Anlage 1 des BEHG sind alle Brennstoffe der „Kombinierten Nomenklatur” zu berichten, d.h.

  • Kohle
  • Heizöl
  • Flüssiggas
  • Erdgas
  • Benzin
  • Diesel
  • pflanzliche Öle
  • Kohlenwasserstoffe
  • (nicht synthetisch hergestelltes) Methanol
  • zubereitete Schmiermittel etc.

Als Vereinfachung werden für die ersten beide Jahre 2021 und 2022 die Berichtspflichten auf bestimmte Brennstoffe wie Benzin, Gasöle, Heizöle, Kohle, Erdgas und Flüssiggase beschränkt.

Prüfung der Emissionsberichte

Die Emissionsberichte müssen auf hinreichende Sicherheit, Konformität und Plausibilität geprüft und verifiziert werden. Dies erfolgt durch eine von der nationalen Akkreditierungsstelle (in Deutschland die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH DAkkS) gemäß der Richtlinie 2003/87/EG zugelassene Prüfstelle bzw. Umweltgutachter wie die GUTcert. Bis zum 31.07. des jeweiligen Folgejahres, also erstmalig zum 31.07.2022, müssen die Berichte bei der der DEHSt eingereicht werden.

Derzeit sind noch viele Fragen offen. Der Gesetzgeber plant hier weitere flankierende Verordnungen, unter anderem:

  • Verordnung zur Bestimmung der jährlichen Emissionsmengen
  • Verordnung zur Festsetzung der Berechnung der Erhöhungsmenge für die Ermittlung der Jahresbudgets
  • Verordnung zur Regelung der Berechnung der jährlichen Überschreitungsmengen
  • Verordnung zur Konkretisierung der Anforderungen an die Inhalte des Überwachungsplans und die Einreichungsfrist
  • Verordnung zur Regelung der Anforderungen an die Emissionserfassung und -berichterstattung
  • Verordnung zur Festsetzung von Anforderungen und Verfahren für die Vermeidung von Doppelbelastungen
  • Verordnung zur Regelung der Übertragbarkeit von Zertifikaten ab 2026
  • Verordnung zur Regelung des Versteigerungsverfahrens und des Verkaufs zum Festpreis
  • Verordnung zur finanziellen Kompensation bei Doppelbelastungen
  • Verordnung zur Anwendung der Härtefallregelung
  • Verordnung zu weiteren Entlastungen ab 01. Januar 2022
  • Verordnung zur Einführung des Emissionshandelsregisters
  • Verordnung zur Regelung der Datenübermittlung
  • Verordnung zur Regelung der Prüfung von Emissionsberichten und der Bekanntgabe der Prüfstellen

  • Unabhängige, fachgerechte, fristgerechte Verifizierung von Emissionen und Emissionsberichten
  • Überprüfen der Übereinstimmung der Überwachungs- und Berichterstattungsmethodik (Überwachungsplan) mit den geltenden Vorschriften
  • Im Rahmen des Prüfberichts konkrete Empfehlungen und Hinweise zur Verbesserung des Emissionsdatenmanagementsystems und der Strukturen zur Qualitätssicherung und –kontrolle
  • Regelmäßige Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Änderungen im Emissionshandel durch unseren Newsletter und verschiedene Veranstaltungen der GUTcert Akademie

  • Transparenz: Sie profitieren für Ihre zukünftigen Jahresberichte durch einen ausführlichen Prüfbericht mit Hinweisen zur systematischen Verbesserung Ihrer Datenqualität und Prozessbeschreibungen.
  • Effizienz: Ihr zeitlicher Aufwand wird minimiert und eine fristgerechte Verifizierung bei rechtzeitiger Auftragsvergabe garantiert - durch unseren breit aufgestellten Umweltgutachter- und Auditorenpool: Wir sind viele, schnell und effektiv.
  • Branchenwissen: Unsere Fachexperten wissen, wovon Sie sprechen - sie kennen sich in Ihrer Branche aus, verfügen über langjährige Erfahrungen im Emissionshandel und sind bei Bedarf zusätzlich qualifiziert, nach ISO 14001, ISO 9001 oder ISO 50001 u.a. zu zertifizieren.
  • Ansprechpartner: Sie sind immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen auch im nationalen Emissionshandel und können sich mit unserem zentralen Energieteam jederzeit auf kompetente Ansprechpartner in allen Verfahrensfragen verlassen.
  • Globales Netzwerk: Ihre weltweiten Dependancen sind bei uns in guten Händen - durch unser globales Netzwerk innerhalb der AFNOR-Groupe. Wir sprechen Ihre Sprache, egal wo.