EMAS - Umweltmanagementsystem

Das Eco-Management and Audit Scheme Gütesiegel der Europäischen Union

EMAS gilt weltweit als eines der anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Organisationen und Unternehmen jeder Größe und aus allen Branchen werden mit dem EU-Ökoaudit-Label ausgezeichnet, wenn sie die Anforderungen der EMAS-Verordnung erfüllen. EMAS-Teilnehmer verbessern kontinuierlich ihre Umweltleistung mithilfe eines standardisierten Managementsystems, das dem der internationalen Norm ISO 14001 entspricht.

Mit einer jährlich aktualisierten Umwelterklärung informieren die teilnehmenden Organisationen über ihre Umweltziele und die kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltleistung. Die Umwelterklärung wird von einem staatlich beaufsichtigten unabhängigen Umweltgutachter validiert und muss öffentlich zugänglich sein.

Mit EMAS erfüllen Unternehmen alle Anforderung der ISO 14001, da diese vollständig integriert ist. Ein bereits zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 kann um eine Beteiligung an EMAS erweitert werden.

  ISO 14001 EMAS III
Ziel / Maßstab kontinuierliche Verbesserung des UMS, ausgerichtet auf die die Verbesserung der Umweltleistung  kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung (und des UMS)
Geltung weltweit, international anerkannt EU-weit, weltweite Prüfung möglich (Global EMAS)
Teilnehmer 290.000 weltweit, ca. 6000 in Deutschland 1.200 in Deutschland, 3.500 EU-weit
Prüfverfahren

Auditierung durch berufene Auditoren oder Umweltgutachter

Zertifizierung auf Basis des Prüfergebnisses durch unabhängigen Ausschuss der Zertifizierungsstelle

Begutachtung und Validierung durch einen Umweltgutachter
Nachweis der Konformität Zertifikat, Teilnahmelogo Validierte Umwelterklärung, Eintrag ins EMAS-Register, Teilnahmelogo
Öffentlichkeit

Veröffentlichung der Umweltpolitik

Werbung mit Zertifizierungszeichen

Veröffentlichungspflicht der Umwelterklärung

Werbung mit dem EMAS-Teilnahmelogo

Legal Compliance Verpflichtung in Umweltpolitik – Verfahren zum Bewerten der Einhaltung rechtlicher Vorschriften erforderlich Verpflichtung in Umweltpolitik – Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle der Einhaltung rechtlicher Vorschriften, Nachweis

EMAS soll einen Teil der Anforderungen der ISO 50001 abdecken, ist deshalb rechtlich in einigen Vorschriften privilegiert und ersetzt eine Zertifizierung nach ISO 50001.  Die gleichen Anforderungen aus der ISO 50001 sind zwar prinzipiell auch in der ISO 14001 enthalten, die allerdings nicht als Ersatz für ein EnMS nach ISO 50001 zugelassen ist.

Details zur EMAS-Verordnung

Die EMAS-Verordnung fordert neben dem Unterhalt eines mit der ISO 14001 konformen Managementsystems einen Dialog mit der Öffentlichkeit durch das Veröffentlichen einer Umwelterklärung nach den dort festgelegten Standards. In diese Erklärung ist insbesondere die Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltsituation aufzunehmen und durch das Veröffentlichen geeigneter Ziele nachzuweisen. Ferner müssen bestimmte Kernindikatoren berichtet werden, die entsprechend der Systematik der ISO 14001 als relevant zu bewerten sind. Natürlich gilt die Pflicht zum Einhalten von Umweltvorschriften auch für Unternehmen mit ISO 14001 Zertifikat oder jene ohne Umweltmanagementsystem, bei EMAS hat die Legal Compliance jedoch einen besonderen Stellenwert: Der Umweltgutachter garantiert mit seiner Unterschrift deren explizite Prüfung.

Das Begutachtungs- und Registrierungsverfahren der DAU (Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter, beaufsichtigt vom Umweltministerium) für Umweltgutachter unterscheidet sich etwas von dem der DAkkS-(Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH, beaufsichtigt vom Bundeswirtschaftsministerium) für Zertifizierungsgesellschaften. Dadurch ergeben sich im Verfahrensablauf einige Unterschiede. Gern erläutern wir Ihnen diese im persönlichen Gespräch.

EMAS und das EEG 2017

Das deutsche Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG 2017) trat am 01.01.2017 in Kraft. Unternehmen mit einem Stromverbrauch  ab 5 GWh im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr müssen ein Zertifikat nach ISO 50001  (Energiemanagementsystem) oder eine Validierung nach EMAS (Umweltmanagementsystem) vorzeigen. Ein Zertifikat nach ISO 14001 ist nicht ausreichend. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: BesAR

EMAS und Spitzenausgleich

Unternehmen, die den Spitzenausgleich (§ 10 StromStG bzw. § 55 EnergieStG) beantragen, müssen ab dem Antragsjahr 2015 ein zertifiziertes EnMS nach ISO 50001 oder eine Validierung nach EMAS nachweisen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG können neben ISO 50001 oder EMAS auch Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder ein weiteres alternatives System als Nachweis nutzen. Eine Zertifizierung nach ISO 14001 genügt nicht. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier SpaEfV

Organisationen, die daran interessiert sind, effizient Energie (und damit Kosten) einzusparen, ist aus unserer Praxis das Einführen eines EnMS nach ISO 50001 zu empfehlen.