Erfahrungsaustausch § 41 EEG für alle Beteiligten ein voller Erfolg

Bei den ca. 80 Teilnehmern stießen insbesondere die Ausführungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die von dem Regierungsdirektor Stefan Krakowka als zuständigen Referatsleiter des Bundesamtes fachlich und juristisch erläutert wurden, auf großes Interesse. Ingesamt gingen bei der BAFA 590 Anträge mit 798 Abnahmestellen ein, die Mehrzahl der Unternehmen (480) wies ihr Energiemanagementsystem nach dem BAFA-Merkblatt (II A 1. Untermerkblatt zur Zertifizierung des Energieverbrauchs und der Energieverbrauchsminderungspotenziale) nach, nur 58 Unternehmen erbrachten ihren Nachweis durch ein validiertes Umweltmanagementsystem nach EMAS und 94 Antragsteller im Rahmen ihrer 14001-Zertifizierung. Momentan wird beim BAFA auch über eine zusätzliche Nachweismöglichkeit durch die Einhaltung der DIN EN 16001:2009 nachgedacht. Zumindest 2010 soll aber noch nach dem bekannten Verfahren zertifiziert werden.
In einem weiteren Themenblock wurde die betriebliche Umsetzung an zwei Praxisbeispielen vorgestellt. Herr Dr. Straßburger, Geschäftsführer der EnergieNord GmbH & Co. KG, sowie die Herren Wagner und Veith vom Flughafen Stuttgart erläuterten, dass mit dem Energiemanagementsystem auch noch neue Energieeinsparpotentiale aufgedeckt wurden. Durch den Aufbau der strengen Systematik eines Energiemanagementsystems hat zudem eine erheblich verbesserte interne und externe Kommunikation stattgefunden. Dies führte auch dazu, dass Investitionsentscheidungen deutlich besser getroffen werden, da die Prozesse zur Mittelfreigabe für Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung vereinfacht wurden und jetzt effektiver sind.
Dass die Antragstellung und Nachweisführung neben Chancen auch Risiken bergen kann, wurde anschließend eindrucksvoll von Herrn Dr. Riedel von der Kanzlei Becker Büttner Held geschildert. Sowohl Herr Dr. Straßburger als auch Herr Dr. Riedel wiesen in ihren Vorträgen auf eine „Gesetzeslücke“ hin, da Unternehmen, mit besonders erfolgreichen Energieeinsparungen schnell auch mal unter die 10 GWh bzw. unter die 15 % Relation Stromkosten zu Bruttowertschöpfung rutschen. Diese Grenzwerte sind aber mind. erforderlich, um die Ausgleichsregelung nach § 41 EEG in Anspruch zu nehmen. Es sollte daher zukünftig bedacht werden, wie engagierte Unternehmen hier durch beispielhaftes Verhalten von solchen Sanktionen verschont werden können.
Zum Abschluss der Tagung informierte Herr Dr. Lieback über Erfahrungen aus der Zertifizierung von Energiemanagementsystemen. Die Zertifizierungsorganisationen sind dabei mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen an die Datenermittlung konfrontiert worden, die oft den sehr unterschiedlichen Betriebsbedingungen der großen Vielfalt der Antragsteller geschuldet waren. Zusammenfassend ließ sich konstatieren, dass viele der geprüften Unternehmen schon seit Jahren mit dem Thema Energieeinsparung sehr ehrgeizig umgehen. Doch gerade in den organisatorischen Abläufen die ein Energiemanagementsystem bietet, stecken oft große und kaum kostenverursachende Potentiale. Dies wird auch in dem von der GUTcert überarbeiteten und an die DIN EN 16001 angepassten Leitfaden deutlich, der in Kürze veröffentlicht wird.

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