ISO 50003 – Erfahrungen aus der Gips-Industrie

Die ersten Rezertifizierungen nach ISO 50001 in Verbindung mit der Akkreditierungsnorm ISO 50003 sind gelaufen – kurzer Praxisbericht des Branchenvertreters Knauf Gips KG.

Seit Herbst 2017 greift im Rahmen der Akkreditierung für Energiemanagementsysteme (EnMS) nach ISO 50001 die neue Akkreditierungsnorm ISO 50003. Sie regelt die Anforderungen an Zertifizierungsgesellschaften, beeinflusst jedoch indirekt auch die zertifizierten Unternehmen, u.a. durch das Ermitteln  der  Auditdauer und verifizierbare Nachweise zur fortlaufenden Leistungsverbesserung,  z.B. anhand belastbarer Kennzahlen (siehe auch Whitepaper ISO 50001).

Beim Energieeffizienznetzwerk „bbs effizient“ des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e.V. wurden die Auswirkungen der Akkreditierungsnorm ISO 50003 auf die Zertifizierung nach ISO 50001 kontrovers diskutiert. Die Knauf Gips KG hat Anfang des Jahres die Rezertifizierung bestanden – und zeigt damit, dass sie den erhöhten Anforderungen der Nachweisführung entspricht. „Grundsätzlich bieten die neuen Anforderungen einen Anlass, die Energieeffizienzprojekte im Unternehmen auf ihre tatsächliche Wirksamkeit zu prüfen. Der Druck bezüglich einer aussagekräftigen Erfolgskontrolle und belastbarer Kennzahlen ist deutlich erhöht. Damit einher geht auch die Frage nach der richtigen Dokumentation. Die Fragen unseres Auditors, Herrn Dr. Winkelmann, helfen uns sehr, in dieser Hinsicht Potenziale aufzudecken und die Belastbarkeit der Kennzahlen zu prüfen“ so Dr. Wintrich, Leiter Prozessoptimierung und Energiemanagement der Knauf Gruppe.

Besonders in energieintensiven Branchen, für die die Umsetzung von Energieeinsparungen in den Produktionsprozessen schon immer ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage darstellte, ist es nicht immer leicht, die energetische Leistung bzw. den Nutzungsgrad weiter zu verbessern. Energieintensive Prozesse, wie das Kalzinieren oder Trocknen, können durch branchenspezifische Maßnahmen, wie etwa die strompreisabhängige Flexibilisierung der Produktion optimiert werden. So kann auch das Optimieren der Prozesssteuerung hilfreich sein, z.B. durch Anpassen der Wärmeströme in der Trocknung oder dynamisches und automatisiertes Dosieren möglicher Additive zur Erhöhung des Nutzungsgrades. Kleine Einsparpotenziale können oftmals in den Querschnittstechnologien (Druckluft, Beleuchtung,...) ermittelt werden. Bottom-up-Ansätze und Aktionspläne helfen, dass in der Nachweisführung auch diese kleineren Energieeffizienzmaßnahmen nicht im großen Ganzen verschwinden.

Fragen zum Thema beantwortet Ihnen gerne Frau Maria Venus, Tel: +49 30 2332021-69. Weitere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie auf unserer Branchenseite.

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