Von der EMAS-Umwelterklärung zum Nachhaltigkeitsbericht

Die Erfahrung zeigt, die EMAS-Umwelterklärung ist eine solide Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Der Trend geht in Richtung integrierte Berichte

Im UGA Register sind aktuell mehr als 700 Organisationen mit den geltenden EMAS-Umwelterklärungen (UER) gelistet. Einige der EMAS-Organisationen veröffentlichen neben der UER auch einen Nachhaltigkeitsbericht, in dem sie sich zu einer Nachhaltigen Entwicklung ihrer Organisation und der Gesellschaft insgesamt bekennen. In den Nachhaltigkeitsberichten werden den Stakeholdern wesentliche Themen, Ziele, relevante Kennzahlen und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsmanagements präsentiert.

Als Umweltgutachterorganisation und zugelassene Prüforganisation für Nachhaltigkeitsberichterstattung erhält die GUTcert zunehmend Anfragen von EMAS-Kunden, die das Thema integrierte Berichterstattung angehen wollen. Die meistgestellte Frage ist hier: Wie schwer ist der Schritt von einer UER zu einem integrierten Bericht, in dem alle relevanten Anforderungen erfüllt sind?  

Es geht vor allem um Transparenz und Glaubwürdigkeit der Daten

Die größte Herausforderung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist die umfassende Datenerfassung. Unabhängig vom Berichtsformat sind hier die Kennzahlen und Trendanalysen zu ökonomischen, sozialen und umweltrelevanten Themen transparent, plausibel, ausgewogen und glaubwürdig zu kommunizieren. Während die wirtschafts- und personalbezogenen Daten in der Regel vorhanden sind, fällt es den Organisationen erfahrungsgemäß schwer, die umweltrelevanten Daten zusammenzustellen, sofern kein Umweltmanagementsystem implementiert ist. Wenn eine Organisation jedoch bereits EMAS oder die ISO 140001 implementiert hat, sind diese Daten bereits in guter und extern geprüfter Qualität vorhanden.

Nun müssen alle Informationen und Daten in einer leserfreundlichen Form zusammengetragen werden. Unabhängig von der Auswahl des Berichtsstandards (Standard der Global Reporting Initiative „GRI SRS“ oder der Katalog vom Deutschen Nachhaltigkeitskodex „DNK“), geht es im Bericht vor allem darum, eine Geschichte zu erzählen.  Die Öffentlichkeit soll erfahren, was die Organisation unternimmt, um selbst nachhaltig zu handeln und einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Aktuelle Trends in der Berichterstattung können Sie hier nachlesen.

Integrierte Berichterstattung als effiziente Option

Es ist ratsam und vor allem effizient, mit einem umfassenden Bericht an die Öffentlichkeit zu gehen. Dieser muss jedoch den EMAS- und anderen relevanten Anforderungen in Bezug auf die Darstellung der nachhatigkeitsbezogenen Informationen entsprechen.

Die Integration der validierungspflichtigen EMAS-relevanten Informationen und Kennzahlen ist in der Praxis jedoch nicht schwer:

  • EMAS-Berichtsteile müssen eindeutig gekennzeichnet und ausgewiesen werden
  • Die Gültigkeitserklärung für die EMAS und ggf. die Bescheinigung für die Validierung des Nachhaltigkeitsberichts werden im Bericht separat abgedruckt

Entscheidet die berichtende Organisation, auch den nicht-EMAS-Teil des Berichts prüfen zu lassen, bietet ein Kombi-Angebot zur Validierung eine kostengünstige Option.

Best-Practice

Ein gelungenes Beispiel für einen integrierten EMAS-Nachhaltigkeitsbericht (EMAS & GRI & DNK) bietet unser langjähriger Kunde Lebensbaum (Pure Taste Group GmbH & Co KG). Der aktuelle Bericht ist bereits der fünfte in der Reihe. Seine zwei Vorgänger wurden im Ranking für Nachhaltigkeitsberichte vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und future e.V. mit dem ersten und zweiten Platz in der Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen ausgezeichnet.

Hilfestellung für EMAS-Unternehmen von UGA und DNK

Mit der Erstellung der Studie „Eine Formel für nachhaltigen Erfolg? Studie zur Schnittstelle zwischen EMAS und dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ wurde der Grundstein für eine vertiefende Kooperation zwischen EMAS und dem DNK geschaffen, teilte die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses (UGA) in der Pressemitteilung vom 06.10.2019 mit. An der Studie arbeiteten 2018/19 viele Experten von Unternehmen, Umweltgutachter, u.a. auch von der GUTcert, und dem DNK-Büro, mit dem Ziel, EMAS-Organisationen Hilfestellungen zu geben und Best-Practice-Beispiele und Synergieeffekte aufzuzeigen.

Ansprechpartner

Fragen oder Hinweise richten Sie gerne an Sie gerne an Yulia Felker.

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