EMAS - Umweltmanagementsystem

Das Eco-Management and Audit Scheme Gütesiegel der Europäischen Union

EMAS gilt weltweit als eines der anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Organisationen und Unternehmen jeder Größe und aus allen Branchen werden mit dem EU-Ökoaudit-Label ausgezeichnet, wenn sie die Anforderungen der EMAS-Verordnung erfüllen. EMAS-Teilnehmer verbessern kontinuierlich ihre Umweltleistung mithilfe eines standardisierten Managementsystems, das dem der internationalen Norm ISO 14001 entspricht.

Mit einer jährlich aktualisierten Umwelterklärung informieren die teilnehmenden Organisationen über ihre Umweltziele und die kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltleistung. Die Umwelterklärung wird von einem staatlich beaufsichtigten unabhängigen Umweltgutachter validiert und muss öffentlich zugänglich sein.

Seit September 2017 müssen registrierte Organisationen nach EMAS-Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 ebenfalls die Änderungsverordnung (EU) 2017/1505 berücksichtigen. Die Änderungsverordnung integriert die Anforderungen der
ISO 14001:2015 nun auch in EMAS.

Für die Veröffentlichung der Umwelterklärungen sind ab 08.01.2020 zudem die aktualisierten Vorgaben des Anhangs IV gemäß der Verordnung (EU) 2018/2026 verpflichtend.

Mit den neuen Vorgaben wurde ein Paradigmenwechsel für Umweltmanagement-
systeme (UMS) angestoßen. Das UMS soll nicht mehr nur zur reinen Erfüllung gesetzlicher Vorgaben genutzt werden. Vielmehr wird durch eine gezielte Analyse des Unternehmenskontextes und der Stakeholder eine Fokussierung auf beeinflussbare Umweltaspekte gefördert. In Bezug auf gesamtgesellschaftliche Umweltfragen leistet jeder Anwender dadurch einen spezifischen Beitrag. Somit ist das UMS auch ein wichtiger Bestandteil bei der Erfüllung der unternehmenseigenen CSR-Verpflichtungen.

  ISO 14001 EMAS III
Ziel / Maßstab Fortlaufende Verbesserung des UMS, ausgerichtet auf die die Verbesserung der Umweltleistung Kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung (und des UMS)
Geltung weltweit, international anerkannt EU-weit, weltweite Prüfung möglich (Global EMAS)
Teilnehmer 365.000 weltweit, ca. 12.000 in Deutschland (Stand 2017) 1.200 in Deutschland, 3.900 EU-weit
Prüfverfahren

Auditierung durch berufene Auditoren oder Umweltgutachter

Zertifizierung auf Basis des Prüfergebnisses durch unabhängigen Ausschuss der Zertifizierungsstelle

Begutachtung und Validierung durch einen Umweltgutachter
Nachweis der Konformität Zertifikat, Teilnahmelogo Validierte Umwelterklärung, Eintrag ins EMAS-Register, Teilnahmelogo
Öffentlichkeit

Veröffentlichung der Umweltpolitik

Werbung mit Zertifizierungszeichen

Veröffentlichungspflicht der Umwelterklärung

Werbung mit dem EMAS-Teilnahmelogo

Legal Compliance Verpflichtung in Umweltpolitik – Verfahren zum Bewerten der Einhaltung rechtlicher Vorschriften erforderlich Verpflichtung in Umweltpolitik – Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle der Einhaltung rechtlicher Vorschriften, Nachweis

EMAS soll einen Teil der Anforderungen der ISO 50001 abdecken, ist deshalb rechtlich in einigen Vorschriften privilegiert. Eine EMAS-Validierung wird daher z.B. im Rahmen des Spitzenausgleichs und der Besonderen Ausgleichsregelung als gleichwertig angesehen und berechtigt zur Beantragung. 

Die EMAS-Verordnung fordert neben dem Unterhalt eines mit der ISO 14001 konformen Managementsystems einen Dialog mit der Öffentlichkeit durch das Veröffentlichen einer Umwelterklärung nach den dort festgelegten Standards. In diese Erklärung ist insbesondere die Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltsituation aufzunehmen und durch das Veröffentlichen geeigneter Ziele nachzuweisen. Ferner müssen bestimmte Kernindikatoren berichtet werden, die entsprechend der Systematik der ISO 14001 als relevant zu bewerten sind. Natürlich gilt die Pflicht zum Einhalten von Umweltvorschriften auch für Unternehmen mit ISO 14001 Zertifikat oder jene ohne Umweltmanagementsystem, bei EMAS hat die Legal Compliance jedoch einen besonderen Stellenwert: Der Umweltgutachter garantiert mit seiner Unterschrift deren explizite Prüfung.

Das Begutachtungs- und Registrierungsverfahren der DAU (Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter, beaufsichtigt vom Umweltministerium) für Umweltgutachter unterscheidet sich etwas von dem der DAkkS-(Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH, beaufsichtigt vom Bundeswirtschaftsministerium) für Zertifizierungsgesellschaften. Dadurch ergeben sich im Verfahrensablauf einige Unterschiede. Gern erläutern wir Ihnen diese im persönlichen Gespräch.

Die Anpassungen der EMAS-Verordnung auf einen Blick:

Das deutsche Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG 2017) trat am 01.01.2017 in Kraft. Unternehmen mit einem Stromverbrauch  ab 5 GWh im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr müssen ein Zertifikat nach ISO 50001  (Energiemanagementsystem) oder eine Validierung nach EMAS (Umweltmanagementsystem) vorzeigen. Ein Zertifikat nach ISO 14001 ist nicht ausreichend. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: BesAR

Unternehmen, die den Spitzenausgleich (§ 10 StromStG bzw. § 55 EnergieStG) beantragen, müssen ab dem Antragsjahr 2015 ein zertifiziertes EnMS nach ISO 50001 oder eine Validierung nach EMAS nachweisen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG können neben ISO 50001 oder EMAS auch Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder ein weiteres alternatives System als Nachweis nutzen. Eine Zertifizierung nach ISO 14001 genügt nicht. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier SpaEfV

Organisationen, die daran interessiert sind, effizient Energie (und damit Kosten) einzusparen, ist aus unserer Praxis das Einführen eines EnMS nach ISO 50001 zu empfehlen.