Pentest: 5 essenzielle Fragen zur Vorbereitung
MDR, BSI und NIS-2 erhöhen den Druck. Wer bei Pentests ohne Plan startet, verschwendet Zeit und Budget. Diese 5 Fragen bringen Fokus in Ihre Sicherheitsstrategie.
Die regulatorischen Anforderungen an die Cybersicherheit verschärfen sich drastisch: Ob MDR, BSI TR-03161 oder die NIS-2-Richtlinie, für Hersteller und Unternehmen mit hohen Sicherheitsstandards sind regelmäßige Prüfungen keine Kür mehr, sondern Pflicht für den Marktzugang und das Vertrauen ihrer Partner. Doch die Realität zeigt: Wer ohne klare Zielsetzung testet, erhält oft Ergebnisse ohne echten Handlungswert. Um Ressourcen effizient zu nutzen und echte Resilienz aufzubauen, sollten Sie vorab strategische Leitplanken setzen.
Die folgenden fünf Fragen sollen Ihnen dabei helfen, den eigenen Bedarf klar zu definieren.
1. Was ist das primäre Ziel des Tests?
Steht der formale Nachweis für Kunden, Partner oder Auditoren im Fokus oder soll ein echtes System-Hardening erfolgen, um Schwachstellen aktiv zu schließen?
- Ein Test zur Compliance-Erfüllung unterscheidet sich in Tiefe und Fokus oft deutlich von einer Untersuchung nach einem konkreten Vorfall.
2. Welche Bereiche sollen geprüft werden?
In einer vernetzten Welt ist die Definition der Grenzen entscheidend: Sollen nur produktive Systeme geprüft werden oder auch die oft weniger gesicherten Entwicklungs- und Testumgebungen?
- Berücksichtigen Sie dabei besonders Ihre geschäftskritischen Schnittstellen (APIs) und potenzielle Risiken in der externen Lieferkette.
3. Wie intensiv soll getestet werden?
Die Wahl der Methode bestimmt die Aussagekraft: Während ein automatisierter Vulnerability Scan bekannte Lücken findet, simulieren manuelle Tests die Kreativität echter Angreifer.
- Entscheiden Sie je nach Risikoexponierung zwischen Black-, Grey- oder Whitebox-Szenarien, um auch komplexe Schwachstellen aufzuspüren.
- Definieren Sie zudem klare Ausnahmen, um den Betrieb nicht zu gefährden.
4. Ist der Zeitplan realistisch?
Ein Penetrationstest darf den laufenden Betrieb nicht gefährden.
- Planen Sie das Zeitfenster so, dass die Systemlast gering ist, aber genügend Zeit für eine fundierte Auswertung bleibt. Besonders vor Product-Releases oder festen Audit-Terminen ist ein Puffer für das Reporting kritisch.
5. Was passiert nach dem Test?
Die Phase nach dem Test entscheidet maßgeblich über den Erfolg der gesamten Maßnahme. Haben Sie intern bereits Verantwortliche definiert, die Findings priorisieren und beheben? Stehen ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um Lücken zeitnah schließen zu können?
- Ein geplanter Retest ist hierbei ein wichtiges Werkzeug, um die Wirksamkeit Ihrer Maßnahmen final zu verifizieren.
Um diese fünf Fragen und die anschließende Nachbereitung erfolgreich zu meistern, hilft ein Blick auf den gesamten Prozess. Die folgende Grafik verdeutlicht noch einmal, wie die einzelnen Phasen ineinandergreifen.
Der oben dargestellte „Penetration Testing Lifecycle“ zeigt, dass Sicherheit kein einmaliges Event, sondern ein Kreislauf ist. Wo in diesem Zyklus steht ihr Unternehmen aktuell? Welche der fünf Vorbereitungsfragen sind für Sie bereits geklärt und wo gibt es noch Lücken?
Ansprechperson
Haben Sie Fragen oder Hinweise zum Thema IT-Sicherheitsprüfungen und Pentests? Wenden Sie sich gerne an Luis Klein.