Biokraftstoffe aus Raps, Zuckerrüben, Palmöl, Getreide oder Abfällen und Reststoffen (z.B. Altspeiseöl) haben den größten Anteil an den in Europa hergestellten und gehandelten Biokraftstoffen. Besonders Schnittstellen wie etwa Landwirtschaftsbetriebe und Abfall-Entstehungsbetriebe, Ersterfasser, Landhändler, Konversionsanlagen und Lieferanten sind verpflichtet, sich nach einem zugelassenen Zertifizierungssystem zertifizieren zu lassen.
Sowohl ISCC-EU als auch REDcert-EU sind von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der Europäischen Kommission anerkannt und werden weltweit angewendet. Die GUTcert zertifiziert seit 2009 nach den EU-Standards und verfügt über umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet, auch im Rahmen internationaler Projekte. Mit unserer Anerkennung durch die BLE genügt eine Zertifizierung nachhaltiger Biokraftstoffe den höchsten Anforderungen an Qualität und Integrität.
Die International Sustainability & Carbon Certification (ISCC) ist ein von der EU-Kommission anerkanntes RED III-Zertifizierungssystem für Biokraftstoffe. REDcert-EU ist ein verbandgetragenes und von der EU-Kommission anerkanntes RED III-Zertifizierungssystem zum Nachhaltigkeitsnachweis von Biokraftstoffen.
Vorteile der Zertifizierung
Marktvorteil
Ihr Zugang zum EU-Biokraftstoffmarkt: EU-zertifizierte Biokraftstoffe können auf die Nachhaltigkeitsziele der Mitgliedsstaaten angerechnet werden – Voraussetzung ist eine RED III-Zertifizierung der gesamten Lieferkette.
Verantwortung zeigen
Sie tragen aktiv zum Weg hin zu einer grüneren Energiewirtschaft bei: So ist die Zertifizierung auch ein Pluspunkt für PR und Marketing.
Erweiterte Rohstoffquellen
Alternative Rohstoffe wie etwa Anbaubiomasse oder Abfälle und Reststoffe sind Ausgangspunkt der Biokraftstoffe unter ISCC-EU und REDcert-EU. Eine Zertifizierung belegt glaubhaft die Nachhaltigkeit der Rohstoffe.
Selbsterklärung: Erzeugerbetriebe müssen mit einer unterschriebenen Erklärung nachweisen, dass die Biomasse bzw. Abfall/Reststoffe den RED III-Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.
Lieferdokumentation: Jede Lieferung muss eindeutig gekennzeichnet (inkl. Zertifikatsnummer) sowie zur Ermittlung der Menge gewogen oder gemessen werden.
Massenbilanzierung: Für jeden Standort ist eine substratspezifische Massenbilanzierung erforderlich, die eine physische Vermischung der Mengen erlaubt, aber Nachhaltigkeitsinformationen getrennt erfasst.
Treibhausgasbilanzierung: Anlagen zur Biokraftstoffproduktion müssen bestimmte THG-Einsparungen gegenüber fossilen Kraftstoffen nachweisen – je nach Inbetriebnahmedatum mindestens 50% bis 65%.
Wenn Sie sich für eine Zusammenarbeit mit der GUTcert entscheiden, findet ein Vor-Ort Audit statt, bei dem die Konformität mit den Anforderungen der EU-Systeme beurteilt wird. Nach erfolgreicher Prüfung der Auditunterlagen durch die GUTcert erhalten Sie ein Zertifikat, mit dem die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien der RED III im jeweiligen Zertifizierungssystem nachgewiesen wird. Das Zertifikat hat eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr und wird vor Auslaufen durch ein Rezertifizierungsaudit erneuert.
GUTcert stellt erstes REDcert-EU Zertifikat für einen Elektrolyseur aus
Mit der Ausstellung des REDcert-EU Zertifikats der CEC Haren GmbH & Co. KG hat die GUTcert erfolgreich den ersten Elektrolyseur unter REDcert-EU zertifiziert.
Neue SURE-Scopes für Bestandsregelungen gemäß RED III
Das Zertifizierungssystem SURE-EU hat die Geltungsbereiche 7101 und 7102 eingeführt, um unterschiedliche Umsetzungen der Bestandsschutzregelungen in den EU-Mitgliedsstaaten darzustellen.
GUTcert für Zertifizierung von erneuerbarem Wasserstoff anerkannt
Das Umweltbundesamt und die Zertifizierungssysteme REDcert und ISCC haben die GUTcert als Zertifizierungsstelle für RFNBO (erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs) anerkannt.
Eigenständige ISCC PLUS Systemdokumente veröffentlicht
Für ISCC PLUS, bisher immer eng mit dem ISCC-EU-System verknüpft, wurden am 1. Juli 2025 die ersten alleinstehenden ISCC-PLUS-Systemdokumente veröffentlicht. Nun steht eine 18-monatige Übergangsphase mit öffentlicher Konsultation an.