Exzellenznetzwerke EEG & HKN 2026

Von regulatorischen Rahmenbedingungen bis zu innovativen Technologien – die Exzellenznetzwerke beleuchteten zentrale Themen der Energiebranche und förderten den Dialog zwischen allen Akteuren.

Auch dieses Jahr fand das Exzellenznetzwerk EEG statt, diesmal begleitet vom Exzellenznetzwerk HKN, das nach einer längeren Pause nun wieder ins Leben gerufen wurde. Die Kombination beider Formate ermöglichte einen umfassenden Blick auf die regulatorischen Herausforderungen und Marktchancen der Energiebranche. Im Fokus standen neben den Fachvorträgen besonders der persönliche Dialog zwischen Praktikern, Behörden und Experten.

Exzellenznetzwerk EEG

Das Exzellenznetzwerk EEG begann mit einem Überblick über die politischen Highlights des Jahres 2026 für die Biogasbranche und einem Rückblick auf die Nachweisperiode 2025. Dazu ordnete Jörg Schäfer (Hauptstadtbüro Bioenergie) unter anderem die Entwicklungen der EEG-Novelle, der Grüngasquote und des Gebäudemodernisierungsgesetzes ein und gab dazu eine erste fachliche Einschätzung. Christin Schmidt (dena) berichtete im Anschluss über die angespannte Lage am Markt, den wachsenden Anlagenzubau und den rückläufigen Gasabsatz im Stromsektor. Zudem wurde ein Überblick über die Entwicklung der Nachweisregister gegeben. Thorsten Rohling (agriportance) illustrierte zudem die Preisbildung von Biomethan als Brenn- beziehungsweise Kraftstoff und stellte Zusammenhänge zu verschiedenen Einflussfaktoren wie etwa dem Iran-Krieg her.

Weiter ging es mit einem Themenblock zu Recht und Regulatorik. Zuerst stellten Elena Richter und Dr. Susanne Weber (Clearingstelle EEG I KWKG) aktuelle Verfahrensergebnisse und Anwendungsfragen vor. Dabei wurden Fragestellungen bezüglich der Ausschreibungen und der Berechnung des KWK-Bonus geklärt. Im Fachvortrag von Ingolf Sonntag (Maslaton Rechtsanwaltsgesellschaft) wurden rechtliche Entwicklungen und Herausforderungen des EEG in den Mittelpunkt gestellt. Die EnWG-Novelle, der Referentenentwurf zum Netzanschlusspaket und die Stromsteuer-Novelle wurden hierbei detailliert diskutiert. Im Anschluss stellten Frieda Becker und Emanuel Hiese (GUTcert) die Anforderungen der Renewable Energy Directives (RED) III und neueste Erkenntnisse aus den Erfahrungsaustauschen von REDcert und SURE vor. Dabei wurde besonders auf die Umsetzung der europäischen Richtlinie in deutsches Recht eingegangen.

Zum Abschluss gab es von verschiedenen Referenten einen Ausblick in die Zukunft der Biogasbranche. Knut Bölke (Danpower) stellte ein Projekt der Biogas-Clusterung vor und legte dabei den Fokus auf die Realisierung des Projekts und die Herausforderungen rund um Genehmigungen und politische Rahmenbedingungen. Kati Görsch (DBFZ) gab einen Einblick in die Chancen für Biomethan als Kraftstoff, die die novellierte THG-Quote mit sich bringen kann. Auch reversible Brennstoffzellenkraftwerke, vorgestellt von Maximilian Schmitt (Reverion), versprechen eine innovative Lösung für Bestandsanlagen durch eine flexible Herangehensweise an die Erzeugung von Strom, Biomethan und RFNBO.

Der erste Tag wurde mit einem Get-together abgerundet, das von einem regen Austausch zwischen Teilnehmenden und Vortragenden beider Veranstaltungen geprägt war. In entspannter Atmosphäre wurden die Themen des Tages vertieft und neue Kontakte über die Grenzen der einzelnen Fachbereiche hinweg geknüpft.

Exzellenznetzwerk HKN

Das Exzellenznetzwerk HKN am Folgetag beschäftigte sich im ersten Teil mit Herkunftsnachweisen für Müllverbrennungsanlagen. An erster Stelle hielt Martin Treder (ITAD) einen Vortrag zu den regulatorischen Herausforderungen und Chancen der thermischen Abfallbehandlung. Dabei wurde herausgearbeitet, dass durch das Klimaschutzgesetz und die damit verbundenen Verpflichtungen thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) an Bedeutung gewinnen, besonders mit Hinblick auf Wärmenutzung. Außerdem wurde verdeutlicht, wie wichtig es ist, Synergien zwischen verschiedenen Audits und Dokumentationen zu nutzen, da dies Betreiber ansonsten zunehmend belastet. Auch André Mahnicke (GUTcert) ging auf dieses Thema ein und machte auf die gemeinsame Datengrundlage aufmerksam, die das Europäische Emissionshandelssystem I, das Brennstoffemissionshandelsgesetz und HKN verbindet. Durch eine gemeinsame Planung von Audits könne an dieser Stelle ein Synergieeffekt entstehen.

Im Folgenden stellte Stephan Theuerkorn (Umweltbundesamt) vor, an welchen technischen Änderungen momentan für das Herkunftsnachweisregister gearbeitet wird. Dabei wurde vor allem auch die Entwicklung des sich im Aufbau befindenden neuen Registers für Kälte und Wärme, Gas und Wasserstoff präsentiert. Levent Köksal (GUTcert) präsentierte das Prüfverfahren, das hinter der Mengenbestätigung für Herkunftsnachweise steht – mit Erklärung dazu, was sich bei der Vorgehensweise zur Berichtigung von Mengen geändert hat. Andreas Heddergott (Müllheizkraftwerk Kassel) hielt einen praxisorientierten Vortrag über die Nachweisführung und Bestätigung von Herkunftsnachweisen für TAB. Auch das Thema der Vermarktung wurde in diesem Vortrag angeschnitten.

Der zweite Teil des Tages befasste sich mit der gekoppelten Lieferung von Herkunftsnachweisen. Lukas Jany (Umweltbundesamt) berichtete über die Entwicklungen der gekoppelten Lieferung im Umweltbundesamt. Dabei wurden Ideen für einen neuen Leitfaden und auch für § 30a HkRNDV vorgestellt und diskutiert. Darauffolgend stellten Clio Gamardo und Mascha Graupe (GUTcert) das Prüfverfahren vor und wiesen auf häufige Fehlerquellen hin. Ein Bericht aus der Praxis von Jürgen Ebel (RWE Supply & Trading) hob die Anforderungen an die Nachweisführung hervor. Außerdem wurden auch Herausforderungen betont, die das Angebot der gekoppelten Lieferung erschweren. Zum Abschluss wurde ein Tool zum Datenmanagement von Pal Habsburg (Granular Energy) vorgestellt, das vor allem die Darstellung von granularen Herkunftsnachweisen vereinfachen soll.

Fazit

Die Exzellenznetzwerke EEG und HKN boten 2026 in ihrer Kombination einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen der Energiebranche. Im Fokus standen insbesondere regulatorische Neuerungen, Marktdynamiken sowie technische und rechtliche Fragestellungen rund um Biogas, Biomethan und Herkunftsnachweise. Fachvorträge aus Behörden und Wirtschaft wurden durch praxisnahe Einblicke in konkrete Projekte und Prüfverfahren ergänzt. Gleichzeitig bildete der persönliche Austausch einen zentralen Bestandteil der Veranstaltung und förderte neue Perspektiven und fachübergreifende Vernetzung.

 

Ansprechperson

Haben Sie Fragen oder Hinweise bezüglich der Exzellenznetzwerke EEG und HKN? Wenden Sie sich gerne an Mascha Graupe.