THG-Quote im Verkehr: Bioenergiebranche fordert Nachbesserungen

Durch die verzögerte Umsetzung der europäischen Renewable Energy Directive (RED III) in deutsches Recht könnten die Klimaschutzziele des Verkehrssektors verfehlt werden.

Im Zuge der Pressekonferenz zum 23. Internationalen Fachkongress für erneuerbare „Kraftstoffe der Zukunft 2026“ präsentierte Marlene Mortler, Vorsitzende des Bundesverbands Bioenergie e.V. (BBE), die aktuellen Herausforderungen und Anliegen der Biokraftstoffbranche.

Nach Mortler stelle der Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der THG-Quote zwar wichtige Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Referentenentwurf dar, allerdings habe die Verzögerung negative Auswirkungen auf die Biokraftstoffbranche, da die bestehenden Probleme nicht schnell genug gelöst werden. Dadurch drohe Deutschland die Klimaschutzziele im Verkehrssektor und damit auch allgemein nicht fristgerecht zu erreichen. Folgende Probleme stehen laut dem Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) im Vordergrund:

Betrug verhindern

Noch immer gibt es gefälschte Nachhaltigkeitsnachweise, die ein Vertrauen in die THG-Quotenregelung und somit auch Investitionen in nachhaltige Kraftstoffe verhindern. Die Abschaffung der Doppelanrechnung sogenannter fortschrittlicher Kraftstoffe aus bestimmten Abfall- und Reststoffen wäre also wirklich wichtig, um die Möglichkeiten eines dahingehenden Betrugs zu verhindern. Zudem sollte es stärkere behördliche Kontrollen geben. Wünschenswert sei auch eine Anhebung der THG-Quote bereits in 2027, anstatt erst in 2028.

Potential mehr nutzen

Die Obergrenze zur Anrechnung für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse soll schrittweise auf die nach EU-Recht zulässigen 5,8 % angehoben werden, damit Biokraftstoffe weniger exportiert werden und stattdessen direkt im Inland eine nachhaltige Alternative zu fossilen Kraftstoffen sowie eine notwendige Ergänzung zur Elektro-Mobilität darstellen. „Laut aktuellem Evaluationsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sparten nachhaltige Biokraftstoffe im Jahr 2024 rund 11,5 Mio. t CO2 ein und konnten die Treibhausgaseinsparung gegenüber fossilen Kraftstoffen auf durchschnittlich 96 Prozent steigern.“ (Quelle: Bundesverband Bioenergie e.V., Newsletter vom 12.01.2026)

Wasserstoff

Bezüglich biogenen Wasserstoffs sollte es eine europarechtskonforme Zulassung geben. So könnte auch Biomethan in Raffinerien eine weitere erneuerbare Wasserstoffquelle darstellen.

Biokraftstoffbeimischungen

Um die Klimaschutzziele erreichen zu können, sind neben der Anhebung der THG-Quote höhere reale Biokraftstoffbeimischungen notwendig.

Nur wenn Betrug wirksam verhindert, europarechtliche Spielräume genutzt und Beimischungen erhöht werden, kann die RED III im Verkehr ihr Klimaschutzpotenzial entfalten“, fasst Marlene Mortler, Vorsitzende des BBE, zusammen. (Quelle: Bundesverband Bioenergie e.V., Newsletter vom 12.01.2026)

die Unionsdatenbank (UDB) sollte auch erst für die Wirtschaftsteilnehmer verpflichtend sein, sobald sie reibungslos funktioniert.

 

Haben Sie Fragen oder Hinweise zum Thema THG-Quote im Verkehr? Wenden Sie sich gerne an Frieda Becker & Ruzena Hesse.